Geheimer Hass auf Gott

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Es gibt heute ein Individuum in der höchsten Position von Autorität und Respekt, das die Tötung vieler tausender unschuldiger Kinder plante, einschließlich vierzig von ihnen von Bären zerfleischen zu lassen, das sich für den Genozid und den Verkauf von Menschen in die Sklaverei aussprach, das in die Vergewaltigung von Jungfrauen und Ehefrauen verwickelt war, Päderastie empfahl und das, neben vielen anderen Gräueltaten, befürwortete, Ehefrauen zu schlagen, Leichen zu verstümmeln und Menschen zu opfern.1

Würde man heute jemanden nur eines dieser Verbrechen beschuldigen, würde er oder sie als Krimineller der höchsten Ordnung betrachtet werden.

Bis heute ist diese Art Beschreibung als Teil des offiziellen Gottesbildes in den drei großen westlichen Religionen Judentum, Christenheit und Islam aufrecht.

Das ist kein Angriff auf diese Religionen und gewiss kein Angriff auf Gott; genau genommen ist es ein Angriff auf diejenigen, die Gott erniedrigen würden. Ich weise einfach nur darauf hin, dass diese und viele andere Beschreibungen sogar heute noch von den großen westlichen Religionen als Teil des von Gott inspirierten Wortes offiziell und ganz offen dargelegt werden, enthalten beispielsweise in dem, was die Christen das Alte Testament nennen. Man mag sehr wohl fragen, was derartige Bilder mit dem enorm unterschiedlichen Typ Gottes, von dem Jesus gepredigt hat, zu tun haben.
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In der Kürze eines Artikels wie diesem gibt es nicht genügend Platz um formell auch nur einige Referenzen zu zitieren, aber hier ist eine engere Auswahl, um selbst nachzusehen:
Das Buch Deuteronomium, Kapitel 2, 3, 7 und 13.
Das Buch Josua, Kapitel 5, 6, 8, 10.
Das erste Buch Samuel, Kapitel 15 und 18.
Das Buch Joël, Kapitel 3
Das Buch der Richter, Kapitel 18 und 19.
Das Buch Numeri, Kapitel 31.

 

Traditionell sind Bibelgelehrte darauf vorbereitet gewesen, einzuräumen, dass der Gott des Alten Testaments ein eifersüchtiger Gott war, und haben versucht, den Dingen das möglichst beste Gesicht aufzusetzen, wenn sie aber mit diesen eher dubiosen Leistungen, auf die ich gerade verwiesen habe, konfrontiert werden, erkennen sie, dass sie sich in der Tat auf heiklem Terrain bewegen und wissen, dass der Versuch, der Liste an Gräueltaten ein besseres Gesicht aufzusetzen, ans Absurde grenzte.

Die Quantenphysik ist nun 107 Jahre alt. Im letzten halben Jahrhundert hat sie eine Welle an Informationen hervorgebracht, die über die Welt geschwappt ist, darüber, die Art Realität zu erschaffen, die wir zu erfahren wünschen. In diesem Licht ist es offensichtlich, dass wir fragen müssen, ob der grundlegende Glaube, den wir akzeptieren, dazu dient, uns zu ermächtigen oder uns abhängig und ängstlich zu machen. Es ist sehr offensichtlich, was diese Bilder des Alten Testaments im Kontext der Quantenwelt auslösen.

Menschen halten immer noch beharrlich an den Glaubenssätzen über Gott fest, auch wenn viele sich des negativen Einflusses, die diese auf unsere spirituelle Evolution haben müssen, gewahr werden. Die Sucht, Abhängigkeit und Angst, die von diesen Gottesvorstellungen stammen, müssen von Etwas kommen, das außergewöhnlich tief in der menschlichen Psyche sitzt. Es kann nicht nur auf Grund der Tatsache sein, dass die meisten Menschen keine Verantwortung dafür übernehmen wollen, ihre eigene Realität zu erschaffen, sondern die Vorstellung bevorzugen, dass sich der Große Elternteil im Himmel um sie kümmert, der die Rolle übernehmen wird, die ihre menschlichen Eltern innehatten, als sie Kinder waren.

Wenn das, worauf sich Jesus als “das Königreich des Himmels” bezogen hat, tatsächlich in uns ist, dann gibt es nichts außerhalb von uns, das jemals größere Fürsorge und Schutz bieten könnte, als die Fähigkeiten, die wir alle in uns tragen. Leider schlummern sie und sind aus mangelndem Einsatz verkümmert, und es scheint, ihre Wiederbelebung verlangte, gegen die Strömung dessen zu schwimmen, was jetzt üblicherweise als Spiritualität verkauft wird. Die Intensität dieser Dynamik, an externen, menschenartigen und schrecklichen Höheren Wesen welcher Art und zu welchen Kosten auch immer, festzuhalten, musste ich in einem meiner früheren Artikel in dieser Serie als nichts Geringeres als “eine Lust auf Götter” beschreiben.

Diese Vorstellungen haben auch dazu beigetragen, dass viele Menschen den Glauben an eine Höheres Wesen völlig aufgeben, weil sie nicht erkennen, dass dies nur Vorstellungen zweiter Hand eines Gottes zweiter Hand sind, die sehr wenig mit dem Original zu tun haben. Als Folge wird das Kind mit dem Bade ausgeschüttet und die Realität des Göttlichen in uns ist verloren gegangen. Eine neue Versklavung ersetzt einfach die alte, ohne gedankliche Evolution.

Wenn wir akzeptierten, dass das offizielle Gottesbild, wie es in den großen westlichen Religionen verkauft wird, derartige Gräueltaten, wie ich sie aufgezählt habe, beinhaltet, muss uns das mit Sicherheit zum Innehalten bringen, es sei denn, wie viele es tun, dass wir absichtlich die Erwägung derartiger Dinge von unseren Gedanken ausschließen, weil wir das mögliche Ergebnis fürchten, würden wir darüber nachdenken.

Wenn das so ist, und wir glaubten, dass Gott diese Gräueltaten in seinem Lebenslauf hat, und wenn wir weiterhin glaubten, dass ein derartiges Wesen uns befohlen hat, es unter der Androhung, ansonsten in Ewigkeit zu schmoren, zu lieben und ihm zu dienen, dann erleiden wir tatsächlich große Qualen, die tief in unserem Unterbewusstsein vergraben sind. Das wütende Gerede, dem so viele Prediger frönen, indem sie uns eine “gottesfürchtige” Einstellung als die Lösung der Probleme des Tages einschärfen, ist sehr diesen inneren Wirren zu verdanken.

Im Endeffekt wissen wir in der Tiefe unseres Herzens aus diesen Beschreibungen, dass der Typ Wesen, das zu lieben uns befohlen wurde, tatsächlich hasserfüllt ist. Da er all die Trümpfe hält, ist das beste, was wir tun können, zu versuchen, das Beste daraus zu machen und die unmögliche Aufgabe, ein zutiefst hasserfülltes Wesen bedingungslos zu lieben, in Angriff zu nehmen. Die Furcht vor dem Herrn ist nicht der Anfang der Weisheit, sie ist der Beginn einer spirituellen Katastrophe.

In direktem Gegensatz steht das Ziel der Reise dieses Lebens, was vermutlich am besten als Meisterschaft beschrieben wird. Zu versuchen, einen schrecklichen Gott zu lieben, bringt uns Entmachtung, nicht Meisterschaft bei, da es eine spirituelle Schizophrenie hervorbringt, in der zwei Aspekte des Selbst gegeneinander Krieg führen.

Was auch immer Meisterschaft bedeutet, sie muss damit beginnen, in Etwas völliges Können und Geschick zu haben. Es gibt keinen Platz für Kampf, Schwierigkeiten oder heroisches Bemühen oder für den Versuch der Kontrolle. Solche Manipulation ist instinktiv in uns, aber sie ist genau das Gegenteil zur Meisterschaft. Wenn wir von Etwas bedroht oder eingeschüchtert werden, ist das Letzte, was wir tun wollen, es negativ zu beurteilen oder es loszuwerden, denn derartiges Bemühen hält es nur fester an Ort und Stelle. Große Fähigkeit hat mit dem Widerstand gegen das, was wir aus unserer Erfahrung entfernen wollen, zu tun, damit wir nicht nur mehr vom Gleichen in diesem Prozess erzeugen, auf Grund unseres Mangels an Können, mit den Realitäten der Quantenwelt umzugehen. Meisterschaft ist so weit, wie nur vorstellbar, von Passivität entfernt, aber sie ist definitiv ein Zustand der Gelassenheit. Im Lichte dieses Wissens ist das Letzte, was wir in unserem Orbit haben wollen, wenn wir uns auf den Weg einer wahren spirituellen Reise der Vollendung machen, im Geheimen einen omnipotenten und rachsüchtigen Gott zu hassen.

Míceál Ledwith

November 2007